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Erziehung & Erfahrung

Krippe vs. Tagesmutter

Heute möchte ich mich mit dem Thema Betreuung für U3 Kinder auseinandersetzten. Es wird heute weniger Bilder geben, dafür ganz viel Text.

Vor 4 1/2 Jahren stand ich vor der gleichen Frage: Geb ich meinen Sohn zu einer Tagesmutter? Oder bring ich ihn in eine Krippe?
Zu meiner damaligen Situation, der Große blieb mit 5 Wochen bei meiner Mutter, damit ich die Schule beenden konnte. Mit 8/9 Monaten entschied meine Mutter einen 450€ Job anzunehmen, sodass eine Betreuung vormittags/mittags für den Rabauken notwendig war.
Ich setzte mich hin und schrieb eine Pro und Contra Liste für beide Betreuungsmöglichkeiten.

Anfangs war ich sehr überzeugt eine Tagesmutter zu nehmen, es ist viel persönlicher und vorallem vertrauter. Die Gruppe ist kleiner und es gibt keinen Wechsel von verschiedenen Betreuungspersonen, mein Kind hätte Stabilität und Kontinuität, die Tagesmutter kann gezielt auf die Bedürfnisse meines Sohnes eingehen. Ich vereinbarte also ein Gespräch mit einer Tagesmutter unserer Stadt und hörte sie mir an. Die Zeiten sind flexibel. Ich könnte ihn bestimmte Tage oder 1-2 Wochen zu Hause lassen, was natürlich besonders in meinen Schulferien super gewesen wäre. Die Gruppe ist nicht all zu groß und mein Rabauke würde trotzallem an einem Familienalltag teilnehmen. Aber wollte ich das? Wollte ich das mein Kind einen anderen Familienalltag, statt den SEINER Familie kennenlernt? Ich geriet wirklich ins schwanken, wäre eine Tagesmutter das Richtige für ihn? Für uns? Es gäbe keine „Überwachung“, keine Leitung, welche die Tagesmutter im „Blick hatte“. Wer gab mir eine Garantie, dass sie fair mit meinem Kind umgehen würde? Man hört und liest so viel in den Nachrichten. Der noch eben gesehene Vorteil, von nur einer Betreuungsperson, wurde nun kritisch betrachtet. Bei Krankheit gäbe es keinen Ersatz. Ich müsste meinen Sohn bei mir zu Hause lassen, gerade als Schülerin kann man sich nicht immer krankmelden. Man verpasst so viel, ab einer gewissen Fehlstundenanzahl wird man nicht versetzt. Ich hatte mich noch nicht für oder gegen die Tagesmutter entschieden, aber ich wurde mir mit meiner bisherigen Entscheidung unsicher.

Ich wollte mir die Option Krippe noch immer offen halten und sah mir auch diese mit ihren Vor- und Nachteilen an. Mir waren die Erzieher selbst vertraut – ein persönlicher Vorteil. Die Gruppe hatte 10-12 Kinder auf 2 1/2 Erzieherinnen. Mein Sohn würde Kontakt zu vielen Gleichaltrigen haben. Er würde das Konzept „Gruppe“ wie es im Kindergarten wäre, von Anfang an kennelernen. Bei Krankheit müsste ich meinen Sohn nicht zu Hause lassen, ich könnte das ganze Jahr beruhigt in die Schule gehen und müsste mir keine Gedanken bezüglich Krankheit der Betreuungskräfte machen. In der Krippe gab es eine Leitung, welche die verschiedenen Erzieher im Blick und somit unter Kontrolle haben würde. Natürlich gab es auch bei dieser Option keine 100%ige Garantie. Die Erzieher könnten auch nicht speziel auf jeden Einzelnen eingehen und nach dem Bedürfnis des Kindes handeln. Die Betreuungszeiten sind fest und unflexibel, ich dürfte keine Minute später kommen, ich bräuchte ebenso Jemanden, der ihn morgens in die Krippe bringen würde, weil ich zu der Öffnungszeit schon längst in der Schule sein musste.

Ich hatte meine Liste nun fertig und die Gespräche mit beiden Beutreuungsoptionen fanden auch statt. Jetzt lag es an mir eine Entscheidung zu treffen.
Ich sah mein Kind an und überlegte was ihn ausmachte, welche Bedürfnisse für ihn wichtiger waren.
Er war Einzelkind und war verschiedene Betreuungspersonen gewohnt, für ihn war Regelmäßigkeit von großer Bedeutung. Er brauchte die klare Struktur im Tagesablauf.

Daher fiel die Entscheidung für uns auf die Krippe, ich kannte die Erzieher selbst noch aus meiner Hortzeit. Mein Sohn sah die Oma, als Bezugsperson – ja ich war eifersüchtig, ich wollte nicht noch eine Konkurrentin an meiner Seite haben. 😀
Für mich lag es letztendlich an der Gesamtsituation, weshalb ich mich für die Krippe entschied. Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt. Ich verstand mich mit den Erziehern, ich fand die Raumaufteilung der Krippe super, ebenso fand ich es toll, dass die Krippe im gleichen Haus war, wie der zukünftige Kindergarten. Im Nachhinein war die Entscheidung, die Beste die ich gewählt habe.

Letzendlich muss jeder selbst entscheiden und für sich selbst Pro und Kontra wählen. Wichtige Kriterien wären noch das liebe Geld und die Zeit zur jeweiligen Betreuung. Der Weg zur Krippe dauerte lediglich 4 Minuten zu Fuß, ich musste meinen Weg also nicht von öffentlichen Verkehrsmitteln oder Autos abhängig machen. Es ist auch eine Überlegung wert, ob man eine Krippe bevorzugt, wenn das Kind nur 2 Tage die Woche fremdbetreuut werden muss. Die Krippenkosten sind die Gleichen, egal wie oft das Kind hingeht oder nicht. Da ist eine Tagesmutter durchaus flexibler.

Die allerwichtigste Entscheidung ist und bleibt aber das Herz! Da können alle anderen Punkte stimmen, aber wenn das Herz nicht mitspielt bringt das nichts! Eine Mutter muss ihr Kind, ihr Ein und Alles gerne in die Betreuung bringen, das Kind sollte nicht mit Magenschmerzen abgegeben werden! Wenn die Dreicksbeziehung Mutter-Kind-Betreuungsperson nicht stimmt, lasst es sein!

Ihr müsst euch wohlfühlen, dann ergibt sich alles Andere von allein 🙂

STANDET IHR BEREITS VOR DER ENTSCHEIDUNG, KRIPPE ODER TAGESMUTTER? WIE HABT IHR EUCH ENTSCHIEDEN? HABT IHR EURE ENTSCHEIDUNG BEREUT?

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig weiterhelfen. Denn ich war absolut glücklich mit meiner Entscheidung. Ich bin schon ein bisschen wehmütig, dass mein Kleiner nicht in die Krippe geht. Obwohl er es bei Mama natürlich noch viel besser haben wird – NATÜRLICH 😀

Erzählt mir von eurer Erfahrung, von euren Entscheidungen 🙂 Ich bin gespannt.
Und tragt euch in die E-Mail-Liste ein, sodass ihr keinen Eintrag mehr von mir verpasst 🙂

Eure Rabaukenmami

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  2. Lena

    Meine Kinder waren beide in der Krippe.
    Mein Sohn kam mit 2 Jahren in die Krippe und meine Tochter mit 1 Jahr.
    Rückblickend muss ich sagen das ich es bereue beide so früh in die Krippe gegeben zu haben. Wenn ich jemals noch ein Kind bekommen sollte, werde ich es zuhause betreuen bis es 3 Jahre alt ist.

    • rabaukenmami

      Ja es ist garnicht so einfach so eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen.
      Und hinterher weiß man immer alles besser :-/

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