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Mama sein

Teenie Mutter: Zwischen Klausuren und Windeln

Heute geht es um das Thema Teenie Mutter. Keine Bilder. Viel Text.
Ich möchte gerne mehr über Themen schreiben, die mir am Herzen liegen, über die ich mich auslassen möchte, die ich toll finde oder total ätzend.

Teenie Mutter: Zwischen Klausuren und Windeln Bild

Ich bin früh schwanger geworden. Nicht zu früh, aber laut Gesellschaft, doch ziemlich früh. Mit 18. Man könnte es noch als Teenie Mutter bezeichnen. Während der 11. Klasse des Abiturs. Ungeplant.
Keiner fand es wirklich klasse. Ich habe mir den Wurm ziemlich erkämpfen müssen!
Als Teenie Mutter zählt eine junge Frauen, unter 20 Jahren. Etwa 12.000 Babys wurden 2013 von Frauen U20 geboren.
Das Durchschnittsalter 2013 lag bei 29,3 Jahren. Ich lag etwa 10 Jahre drunter. Und musste mir einige Dinge anhören.

Ohne Freund, ohne Einkommen, entschied ich mich den Wurm zu bekommen.
Niemand verstand es, wieso ich das „Baby“ nicht einfach wegmachen ließ.
Es sei doch noch kein Baby.
Ich hatte ein kleines Lebewesen in mir! Mein kleines Lebewesen! Ich konnte ihn nicht einfach wegmachen.
Nach und nach änderten Alle im Umfeld ihre Meinungen und fingen an sich ebenso zu freuen wie ich.

So ging ich weiter in die Schule. Es gab viel Geplapper hinter meinem Rücken, von anderen Schülern, die ich nicht kannte, während der Pausen. „Ist die Schwanger“ oder „Schau Mal, die ist schwanger“ waren die Sätze, die ich wirklich am Meisten hören durfte. – An all diejenigen, wenn ihr das nächste Mal so laut redet, fragt mich doch einfach direkt!
Meine Klasse stand zu 100% hinter mir und so bekam ich am Ende des Schuljahres mein kleines Wunder oder unser sogenanntes Klassenbaby.

Meine Schule befand sich in einem anderen Ort, als ich wohnte, sodass ehemalige Schüler meiner Mittelstufe garnicht mitbekamen dass ich schwanger war und ich mir auch bei denen viel anhören durfte. „So jung und schon Mutter“, „Die versaut sich ihr ganzes Leben“ oder „Jetzt ist ihr Leben vorbei“ waren Standard Sätze die ich hörte.
Mir war das egal. Ich stand darüber. Ich hatte meine Familie die zu 100% hinter mir standen und mich unterstützten!
So kam es, dass ich den Rabauken das erste Jahr bei meiner Mama ließ und sie auf ihn aufpasste, während ich die 12. Klasse absolvierte. Auf die Klassenfahrt verzichtete ich und durfte die 10 Tage mit Baby zu Hause beiben und die Zeit genießen <3
In der 13. Klasse beschloss ich, dass der Rabauke in eine Krippe kam. Die Eingewöhnung fand in den Sommerferien statt. Es klappte alles wunderbar. Und ich konnte beruhigt in das Abi Jahr und ebenso letzte Schuljahr starten.

Mit einem 2 Jährigem schloss ich dann mein Abitur ab. Ich war die einzige Mutter in unserem Jahrgang und bin es, glaube ich immernoch 😀
Die Zeit als Teenie Mutter war ein Hin und Her. Ein Wechsel zwischen Mama sein, Abiturientin sein und Freundin sein.
Ehrlich gesagt, es war nicht immer einfach, diesem Spagat gerecht zu werden. Mein schlechtes Gewissen plagte mich desöfteren.

Meine Mädels sind jedes Wochenende Party machen gegangen. Sie konnten am Wochenende nach einer Feier ausschlafen, während ich morgens Windeln wechseln musste und meinen Rabauken bespaßen durfte.
Die Zeit in der Schule war eine Zeit mit wenig Schlaf, viel Aufopferung und harter Disziplin.
Ich habe mich schon 2-3 Wochen vorher für Klausuren ans Lernen setzten müssen.
Wenn wir eine neue oder weitere Nacht durchgemacht haben, wegen der Zähne oder einer neuen Wachstumsphase, musste ich am Morgen trotzdem um halb 8 in der Schule sitzen und evtl. eine Matheklausur schreiben.

Es waren, rückblickend gesehen, 2 harte Jahre. Ich weiß garnicht wo ich die Energie hergenommen habe.
Aber es waren genauso 2 wunderbare Jahre. Ich habe tolle Freunde kennen lernen dürfen. Ich habe gelernt, dass die Familie das Wichtigste ist im Leben und ich habe einen wundervollen Sohn bekommen, den ich niemals auf der Welt gegen irgendetwas eintauschen würden <3
Ich bin mehrfach an meine Grenzen gekommen. Sehr häufig sogar! Wie oft wollte ich alles hinschmeißen und aufgeben. Aber jedes verdammte Mal bin ich erneut aufgestanden und habe gekämpft. Gekämpft für meinen Sohn.

Letztendlich habe ich es geschafft. Ich hielt mein Hochschulreifezeugnis in den Händen. All denjenigen, die ihren Mund aufmachten und etwas Negatives gegenüber meiner Schwangerschaft sagten, habe ich es gezeigt.
Ich habe bewiesen, dass man auch als junge Mutter etwas erreichen kann, wenn man es nur wirklich will.
Ja ich hatte Glück und hatte meine Familie im Rücken und vorallem Freunde, die sich wirklich geduldig mit mir hinsetzten und für Klausuren lernten.
Aber der Wille zählt. Und Deutschland bietet viele Möglichkeiten der Kinderbetreuung und finanziellen Unterstützung.

Ich weiß nicht ob ich es nochmal so machen würde. Ob ich meinen Kindern DIESEN Weg als den richtigen Weg aufzeigen würde. Aber ich bin zufrieden mit meinem Werdegang.
Ich bin seit 2012 als Studentin eingeschrieben und schreibe nächstes Jahr als 2-Fach-Mama meine Bachelorarbeit. Für all die jungen Mamas da draußen, die meinen Blog lesen, es lohnt sich wirklich zu kämpfen! Macht es für eure Kinder.
Also scheißt auf die Meinung Anderer!
All die Kinderlosen da draußen, die meinen es besser zu wissen, nehmt diese Leute als Ansporn, als Motivation!
Egal wie tief ihr bisher gefallen seid, es geht immer wieder bergauf.
Für eure Kinder seid ihr eh die Größten, Tollsten, Schönsten und Wunderbarsten! Ob ihr einen Realschulabschluss habt, oder das Abitur. Eine Ausbildung oder einen Masterabschluss. Ob ihr ein Durchschnittsgehalt verdient oder mehr.
Eure Kinder sehen, dass man etwas tun muss um ein gewisses Ziel zu erreichen.
Ihr seid ihre Vorbilder. Ihr seid ihre Wegweißer, die sie ans Ziel bringen. Ihr macht es euren Kindern vor. Also kämpft!

Ihr gestaltet die Zukunft eurer Kinder.

Denkt dran, eure Kinder lieben euch. Ihr macht das alles für sie <3

Wie war das bei euch? Seid ihr auch Teenie Mütter? Lagt ihr auch unter dem Altersdurchschnitt? Wurdet ihr mit Kritik konfrontiert?

 

Eure Christina Bild

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  1. patile1984

    Wenn nur mehr so denken würden – Hut ab, hätte sich nicht jeder getraut, aber finde es toll, dass du das so knallhart durchgezogen hast. Ich habe gerade meine zweite Prinzessin bekommen und es ist wirklich nicht leicht, vor allen weil die Große (2 Jahre) immer noch nicht wirklich gut schläft. Es ist hart jeden Morgen nur mit halber Energie aus dem Bett zu kommen, aber sie sind es wert – sie werden es immer wert sein! Und obwohl es eine wirklich harte Zeit ist, so kommt diese Zeit nie wieder zurück! Deshalb auch wenn es hart ist – jeden Moment genießen. Sie werden so schnell erwachsen……

    • rabaukenmami

      Das hast du lieb geschrieben. Und du hast SO Recht!
      Und die Zeit rennt einfach zu schnell um sich mit allem Negativem zu beschäftigen 🙂
      Wie ich schon geschrieben habe, wenn man was wirklich will, dann schafft man das auch – und daran glaube ich wirklich 🙂

  2. Janosch

    Schöner Artikel 🙂 und Hut ab vor der erbrachten Leistung.

    Ich bin auch mal gespannt wie es bei uns werden wird sobald der zweite Nachwuchs da ist, das Studium noch läuft und die arbeit auch nicht zu kurz kommen darf.
    Am Ende blickt man vermutlich nur verwundert zurück und fragt sich „Wie habe ich/wir das bloß geschafft?“

    • rabaukenmami

      Es wird definitiv anstrengender, aber trotzdem wunderschön ?

      Ja das denke ich auch
      Irgendwie bekommt man alles hin. 🙂

  3. Michaela

    Ich war gerade 18 als ich erfur das ich Schwanger war zu der Zeit war ich noch in der 10 klasse der Hauptschule. Ich absolvierte meinen Abschluss Hochschwanger… Bleib dann 4 Jahre zu hause und bekam noch einen Sohn. Jetzt mache ich eine Ausbildung zur Kinderpflegerin und ich würde das alles nicht schaffen…
    Wenn ich sowas lese gibt mir das alles Kraft weiter zu machen
    Danke dir dafür ?

    • rabaukenmami

      Wie oft will ich alles hinschmeißen, wenn es mir zu viel wird.
      Oft habe ich die gesagt, dass ich nur 12 Jahre Schule mache und mit Fachabi raus gehe.
      Aber nach jedem Tief, kam wieder ein Hoch.

      Kämpfen! Es lohnt sich. Egal wie stressig es ist, wie oft man heult und wie tief man am Boden ist.

      Wir machen das alles für unsere Kinder <3

  4. Janina

    Toll das du das durchgehalten hast! Du hast es nicht nur den Menschen in deinem Umfeld gezeigt, sondern auch dir und vorallem deinem Kind!

    Unser Weg endet nicht mit der Geburt eines Babys.

    Ich war 19 bei der Geburt und ungelernt. Per Definition Teeniemutter und Assi. Habe das Glück gehabt ein Jahr Elternzeit genießen zu dürfen, weil der Kindsvater schon win paar Tage älter war und ausgelernt. Und bei uns. Habe dann noch ein Jahr einen Minijob gemacht und mich dann auf den schwerlichen Weg der Ausbildung begeben. Im Januar diesen Jahres habe ich nach 2,5 anstrengenden Jahren meine Ausbildung abgeschlossen und bin endlos stolz auf mich und uns als Familie. Das war eine harte Zeit, ich habe 5 Tage die Woche bis abends arbeiten müssen, kam erst wenn sie im Bett war heim. Zwischendurch lernen für die Berufsschule und Wochenendarbeit.

    Rückblickend weiß auch ich nicht woher ich die kraft dafür hatte. Aber: geschafft ist geschafft!

    Viele Grüße , Janina

    • rabaukenmami

      Den ersten Satz hast du schön geschrieben 🙂
      Danke dafür <3

      Du kannst auch definitiv stolz auf dich sein!
      Eine Ausbildung mit Kind zu absolvieren, finde ich persönlich nochmal schwierig, als schon Voll zu Arbeiten. Bei der Ausbildung ist immernoch das Lernen mit dabei.

      Schön, dass du trotz allem, deinen Weg so gemeistert hast 🙂

      Liebe Grüße,

      Christina

  5. roboneko

    Wir sind auch deutlich unter dem Altersdurchschnitt, 25 und 26 und haben nun gerade vor 8 Wochen das 2. Kind absolut geplant während des Studiums bekommen.

    Hut ab vor deiner Leistung! Obwohl wir nun ja ein paar Jährchen älter sind, sind wir lange nicht ganz so zielstrebig und studieren eher gemächlich vor uns hin, als dass wir das Studium als „Hautbeschäftigung“ betreiben würden. Immerhin haben wir dieses Jahr den Bachelor abgeschlossen und sind nun im 2. Master-Semester 😀

    Aber die Zeit mit Kindern kommt nicht wieder, also ist es das auf jeden Fall wert! 😉

    • rabaukenmami

      Dann sind wir ja etwa in der gleichen Situation 🙂
      Ich bin jetzt beim 2. auch etwas ruhiger geworden. Ich mag nicht nocheinmal die ersten Jahre meines Babys so verpassen.

      Euch weiterhin viel Glück und Erfolg bei allem <3

  6. Steffi Smali

    Hach wie schön <3 .
    Unsere älteste Tochter bekam ich mit 19Jahren.
    Jetzt bin ich 35 und es ist toll so jung Mama geworden zu sein!
    Mittlerweile hält man uns nämlich oft für Schwestern 😉

  7. Pingback: Jahresrückblick 2015 | Rabaukenmami

  8. Anna

    Vielen Dank für den schönen Artikel! Ich finde es sehr bewunderswert, wie du das alles geschafft hast und wie du darüber reflektieren kannst. Man bekommt einen sehr guten Eindruck davon, wie du dich durchgekämpft hast, ohne dass man auch nur einmal das Gefühl hat, dass du jammern oder die Schuld bei jemand anders suchen würdest. Ich bin leider noch keine Mutter und fühle mich auch jetzt im Masterstudium mit 22 noch nicht bereit dazu. Aber ich kann gut nachvollziehen wieso du dein Baby nicht weggeben oder wegmachen konntest und bewundere dich sehr für deinen Mut. Ich bin mir sicher du bist eine starke Frau, der so schnell niemand etwas anhaben kann! Ich wünsche dir alles Gute für deine kleine Familie und dein Studium.

  9. Kathi

    Toller Bericht…

    Hallo,

    Ich war 19 und mitten im 2.Lehrjahr als ich schwanger wurde. Hab die Ausbildung fertig gemacht und kenne es zu gut mit schlaflosen Nächten und Lernen. Mein Tag fing damals um 4h früh an und endete meist gegen 22h abends.
    Als ich meine Ausbildung fertig hatte war ich 20 und mein Sohn 8 Monate. Ich habe zwar nicht so gut abgeschnitten, aber meine Lehrerin hat gesagt, dass ich stolz auf mich sein darf und soll. Es ist schon eine Leistung, alleinerziehend (hatte nur Unterstützung von meiner Mama) und Baby und Ausbildung unter einen Hut zu bekommen und ich weiß nicht wie oft ich damals hinschmeißen wollte weil mir alles zuviel war.

    Jetzt bin ich 30, mein Sohn 10 und noch 2 Mädels kamen dazu. Hab noch eine 2. Ausbildung gemacht und bin zufrieden.

  10. Mama 2.0

    Toll geschrieben! Ich selbst bin mit 22 Mama geworden, im letzten Studienjahr. Meine Abschlussprüfung habe ich mit runder 7-Monats-Kugel gespielt und ich würde es rückblickend (2009) wieder genau so machen! In meinem Abi-Jahrgang war auch eine Freundin schwanger, ungeplant. „Unser“ Abi-Baby kam im April (nach den schriftlichen Prüfungen) zur Welt und zum Abi-Ball kam die junge Familie (beide im gleichen Jahrgang!) mit MaxiCosi und einem schlafenden Baby. Heute ist er schon 10 Jahre alt und sie hat Abi, Studium und Job in der Tasche. Wenn man es will, funktioniert es auch. Schön, dass es bei dir so gut geklappt hat. Hut ab! Liebe Grüße!

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