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Erziehung & Erfahrung

Der Stilldruck – Stillen

Der Große wurde nicht gestillt. Nicht einmal. Er ist 100% Flaschenkind. Der kleine Rabauke hingegen ist zu 100% ein Stillkind. Ich kenne beide Seiten. Die Seite der Rabenmutter, die ihr Kind nicht gestillt hat, sondern mit künstlicher Babynahrung gefüttert hat. Und die Seite als „Öko“-Mutter, die ihr Baby mit fast 11 Monaten noch irgendwie immer vollstillt, weil das Baby noch keine Mahlzeit ersetzt haben möchte.
Und darum geht es Heute. Dem Stillen.
Ich habe keine Stillbilder genommen, weil ich finde, dass die Bilder nichts im Internet zu suchen haben. Ich möchte nicht, dass sie irgendwann rausgekramt werden und mein Rabauke sie dann in der Schule vorgehalten bekommt.
Aber ich habe zwei tolle Kuschelbilder rausgesucht. ❤
Und ein Flaschenfütterbild mit dem großen Rabauken und meiner Oma. Sie ist vor Kurzem stolze 92 Jahre alt geworden. Hach meine Omi. ❤

Flaschenkind

Jetzt aber zum Thema. 🙂
Ich habe mich nie unter Druck setzten lassen, weder beim Flaschen- noch beim Stillkind. Vor allem beim Stillkind, habe ich mich selbst nie unter Druck gesetzt. Ich merke aber vermehrt, dass viele andere sich zu sehr unter Druck setzten. Sie werden von Außen bewusst oder unbewusst gesteuert. Es sind nicht nur die Medien, die schreiben „Stillen ist wichtig.“ „Stillen ist das Beste für das Baby.“ Sondern auch die Fraktion Mütter, die alles versuchen einen zu bekehren.
Viele verschiedene Mama Foren und Facebookgruppen tragen dazu bei, dass sich ganz viele Muttis, nach der Geburt unter Druck gesetzt fühlen. Die frischen Mamas, die im Wochenbett mit Hormonen überschüttet sind müssen sie sich anhören, wie wichtig doch das Stillen sei und das man nicht auf die Flasche umsteigen solle.
Das bei dem Stress und Druck keine Milch kommt, sollte klar sein. Warum üben dann ganz viele gerade bei diesem Thema, so viel Kritik aus?
Die Diskussionen in diversen Facebook Gruppen sind wirklich krass. Beide Seiten versuchen auf ihren Standpunkt zu behaaren. Andere Meinungen werden nicht zugelassen und schon gar nicht akzeptiert.
Hat man sich dann für das Stillen entschieden, wird man gehypt. Sobald man aber nach 4 Monaten abstillen möchte, ist man direkt unten durch. „Wieso abstillen?“ „Dein Kind braucht noch keine Beikost. Stillen ist das Beste.
Wenn man nach 6 Monaten Stillen sagt, dass man keine Lust mehr hat, man seine Freiheiten wieder genießen mag, wird direkt auf einen eingeredet, dass das Stillen aber doch das Beste sei. „Dein Baby braucht die Brust noch und du, du denkst nur an dich.

stillen

Eine befreundete Mami war beim Stillen mit Herz und Blut dabei. Aber ihr Baby wollte die Brust partout nicht nehmen. Jedes Mal gab es Geschrei. Sie hat wirklich alles versucht. Vor jeder Flasche gab sie dem Baby die Brust. Krampfhaft hat sie jeden Tag abgepumpt, damit das Baby die gesunde Muttermilch wenigstens über die Flasche bekommt. Sie hat Stillexperten, Hebammen und Ärzte gefragt. Kein Tipp klappte. Sie stillte ab. Für das Baby war es das Beste. Er fing an die Mahlzeiten zu genießen und es funktionierte alles ohne Geschrei.

Bei uns klappte es von Anfang an super. Am Abend seiner Geburt habe ich den kleinen Schatz 10ml mit einem Löffel zufüttern müssen. Ich habe das persönlich mit mir ausgemacht und für mich alleine entschieden. Es war okay für mich. Er schrie stundenlang und irgendwie klappt das mit der Brust und dem Saugen noch nicht so richtig. Vielleicht war es auch das Anlegen. Die Krankenschwestern und Hebammen auf der Station hatten auch keine Zeit mir das zu erklären. Was ich wirklich traurig fand. Die dachten bestimmt „Bei dem 2. Kind müssten Sie es aber können!“ Ihm ging es nach den paar Löffeln besser. Er schlief zufrieden ein. Am nächsten Morgen hatte dann endlich Mal eine Hebamme Zeit mir beim Stillen und Anlegen zu helfen.
Nach und Nach klappte es immer besser. Wir fanden die für uns beste Position. Bei Fragen konnte und habe ich jeder Zeit meine Hebamme kontaktiert, die mir viel geholfen hat.
Nach etwa 8-9 Wochen wollte ich wieder arbeiten gehen, aber der Rabauke verweigerte jeden Zug mit der Flasche. Also beließen wir es dabei und ich stillte ihn weiter. Bis Heute.
Ich habe nie eine große Sache aus dem Stillen gemacht. Bei Fragen habe ich wunderbare Mädels um Hilfe gebeten, die mir jede „dumme“ Frage beantwortet haben.
Ja stillen mag das Beste für das Baby sein. Aber es bringt absolut nichts, wenn sich Mama unwohl fühlt dabei!
Das Stillen sollte etwas Schönes für Baby UND Mama sein. Wenn eine Partei absolut unzufrieden damit ist, sollte nach einer Lösung gesucht werden und nicht krampfhaft weiter gemacht werden, nur weil es alle anderen erwarten. Eine Mutter sollte sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, nur weil es ihre Aufgabe ist, das so und so zu tun.
Legt euch entspannt zurück und entscheidet für euch und euer Baby.❤

Ihr dürft auch gerne alle meinen Beitrag in Facebook dazu liken. So erweitert sich die Reichweite 🙂

Rabaukenmami