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Erziehung & Erfahrung

Telefonat mit der Schnullerfee

 

Schnullerfee 1 Bild

Der Rabauke war von Anfang an ein Schnullerkind. Ständig brauchte er den Schnuller, sei es weil er müde war, weil er am Schreien war oder weil er einfach Langeweile hatte. Rein den Stöpsel und gut war. Das klingt wirklich unfair, aber so war es tatsächlich. Er konnte nicht ohne seinen „Ciucci“.
Mama war auch begeistert von den Schnullern. Wir hatten sie in allen Farben, mit allen Motiven. Ich wurde eine richtige leidenschaftliche Schnullersammlerin. Das Sammeln lag mir einfach schon immer. 😀 Letztens habe ich über meine Stoffsucht berichtet.
Aber irgendwann war einfach Mal gut. Ab seinem 3. Geburtstag war ich nur noch genervt von dem Ding. Bis dato war er komplett windelfrei, nur die Schnuller wollte er nicht abgeben. Ständig mussten wir sie dabei haben, in meinen Jackentaschen, Handtaschen, im Kinderwagen überall flogen sie rum.  Ich war dezent genervt davon.
Vor allem hatte er sie überall versteckt, kennt ihr das? Ich glaube wir hatten in jedem Raum mindestens 2 Schnullergeheimverstecke. Ständig kramte er einen neuen hervor und blickte mich mit seinen liebevollen Augen an „Mama schau Mal was ich gefunden habe.“ Suuuuper mein Kind.
Aber er wollte ihn nicht abgeben. Er wechselte von der Krippe in den Kindergarten. Wir fuhren 18 Stunden mit dem Auto in den Urlaub. Ich verstand ihn. Er brauchte ihn.

Schnullerfee 3 Bild

Doch dann war es 2013 endlich soweit, er wollte die Schnullerfee anrufen. Wir waren gerade in Nürnberg für ein Wochenende. Wir waren in der Stadt shoppen. Ich fragte ihn zum gefühlten hundersten Mal, ob er nicht seinen Schnuller abgeben wolle. Nein wolle er nicht. -wums.- Klasse.
Wir in den MyToys Shop drinnen, fragte ich ihn erneut und fügte hinzu „Du bekommst auch ein Geschenk, dass darfst du dir sogar aussuchen.“ „Nein Mama. Möchte ich nicht.“ Ich ließ es, es hatte keinen Sinn. Mein Kind hatte seinen eigenen Willen. Eigentlich war das auch gut so, aber eben nicht immer. Er suchte sich dennoch 2 Fahrzeuge aus, die ihm die Fee kaufen solle, wenn er den Schnuller nicht mehr möchte. Einen Traktor und einen Bagger.
Am nächsten Morgen gingen wir erneut in die Stadt, als er plötzlich völlig unerwartet sagte „Mama ich möchte keinen Schnuller mehr.“ Ich schaute ihn an. War völlig perplext. Und fragte noch einmal nach. Ja er meinte es ernst. Er wolle keinen Schnuller mehr haben.

Schnullerfee 4 Bild

Schnullerfee 3 Bild
So kam es das wir an diesem Morgen die Schnullerfee anriefen. Der Rabauke sprach mit ihr, war aufgeregt und voller Freude. Sie sagte zu ihm, dass er einen Briefumschlag kaufen müsse und all seine Schnuller darein werfen müsse. Dann dürfte er sich sein ausgesuchtes Spielzeug mitnehmen. Gesagt, getan.
Wir gingen in die nächste Poststelle und kauften einen Briefumschlag, wir beschrifteten ihn mit „An die Schnullerfee“. Im Hotelzimmer sammelten wir alle mitgenommenen Schnuller ein und legten sie in die Umschlag. Ich ließ den Rabauken das alles alleine machen, er bezahlte den Briefumschlag, er packte die Schnuller alleine in den Umschlag ein und er war es auch, der den Brief alleine in den Postkasten warf.

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Er maschierte voller Stolz zum Postkasten und wurf ihn ein. Hach mein Junge. So groß schon. Nachdem der Briefumschlag weg war, liefen wir zu MyToys und kauften seine ausgesuchten Spielzeuge.
Ein einziges Mal fragte er nachts nach seinem Schnuller, ich war froh im Hotel zu sein, dadurch bin ich nicht in Versuche gekommen nachzugeben. Er tat mir schon ein bisschen Leid. 🙁 Ich erklärte ihm, dass wir keine Schnuller mehr da haben, er hätte sie schließlich alle gegen das Spielzeug eingetauscht. Das war dann in Ordnung für ihn. Und nie wieder fragte er nach seinem geliebten Ciucci.

Im Nachinein muss ich sagen, dass es für uns die beste Entscheidung gewesen ist, abzuwarten, bis er bereit gewesen war. Er hat für sich selbst entschieden, wann er seinen Schnuller abgeben wolle. Ich wollte ihn für diese Entscheidung aber nicht nur verbal entscheiden lassen, sondern eben auch praktisch. ER sollte aktiv werden. Er sollte die Schnuller selbst in den Postkasten werfen. Und er tat es auch.
Und das war der Zeitpunkt, als mein Kleinkind zum Kindergartenkind wurde. Ich war schon sehr sentimental und wehmütig. Mein großer Junge. ❤

Ich bin dennoch froh, dass ich die Situation nicht beim kleinen Rabauken nochmal durchmachen muss. 😀
Apropos Schnuller. Mein Gewinnspiel in Kooperation mit Nuk läuft noch 🙂 Schaut doch Mal vorbei. Ihr könnt euern eigenen Schnuller designen. Macht mit, verlieren könnt ihr nichts. 🙂

KAM BEI EUCH AUCH DIE SCHNULLERFEE? WANN WAR BEI EUCH DER BESTE ZEITPUNKT?

 

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  1. Anna

    Liebe Rabaukenmami, ich bin ganz begeistert von deinem pädagogischen Ansatz, dem Schnuller abzuschwören! Toll, dass er selbst aktiv wurde und dass er sich verabschieden konnte, in dem er sie der Schnullerfee selbständig aushändigen durfte. Im Gegenzug Spielzeug als kleine Entschädigung zu erhalten, finde ich gut, damit der Einschnitt nicht so gravierend ist. Du kannst wirklich stolz auf ihn sein, dass dein kleiner Mann das so souverän gemeistert hat! Auch wenn es bei uns noch einige Zeit dauern wird, werde ich deine Vorgehensweise im Hinterkopf behalten, wenn es dann bei uns so weit ist! Vielen Dank für diese Inspiration! Liebste Grüße, Anna

    • Rabaukenmami

      Das hast du ja lieb geschrieben.
      Vielen lieben Dank dafür.
      Ich wollte ihm einfach die Entscheidung überlassen, zu der Zeit, hatte ich mich mit der Pädagogik noch garnicht so auseinander gesetzt.

      Sehr gerne. Und du darfst mir auch gerne schreiben, wie das funktioniert hat 🙂

      Liebe Grüße,
      Christina

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