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Langzeitstillen, na und?

Ich wollt euch ein kleines Update bezüglich unsers Langzeitstillen geben. Der kleine Rabauke ist nun etwas mehr als 15 Monate alt und wie sollte es anders sein? Wir stillen immer noch. So etwa 8x am Tag/Nacht.
Mir macht das nichts, obwohl ich ab und an schon an meine Grenzen stoße, aber das gehört nun Mal dazu. 😉

 

„Muttermilch ist giftig“

Wir stillen über all. Jedoch verdeckt und für uns. Dumm angeguckt werde ich eigentlich nie, wahrscheinlich, weil mein „Baby“ noch keine Haare auf dem Kopf hat und jünger geschätzt wird? 😉
Aber wenn ich mit Bekannten spreche und erzähle dass wir immer noch stillen, kommt ein entsetztes „WAS?“. – Ja die wissen das Alter meines „Babys“. 😀 Meine Hausärztin meinte sogar zu mir, „Christina, du musst jetzt aber aufhören. Aber dem 1. Geburtstag ist das Gift für das Baby.“ Ich war ziemlich entsetzt so etwas von meiner Homöopathin hören zu müssen!!!! Das hatte ich noch nie gehört. :O
Wenn es wirklich giftig sein sollte, warum hat die Natur es dann so eingerichtet, dass noch weiter Milch fließt? Mit der Muttermilch wird doch bin der Natur das Überleben der Kinder gesichert.

Wie machen das die Maya in Mexico? Die Massai in Kenia? Oder die Melanesier auf Neu-Guinea? Völker die nicht geprägt von Gütern sind und noch ziemlich naturgebunden leben? Genau, sie stillen ihr Kind, so lange wie ihre Kinder es wollen. Manchmal bis 1, und öfters bis 2,3 oder gar 6 Jahre. Ganze 90% weltweit stillen „erst“ zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr ab. Warum ist das Stillen gerade in der westlichen Welt so verpönt?
In Mali gibt es ein Sprichwort: „Wenn du deinem Kind nicht die Brust gibst, erkennt es dich nicht wieder.“ In Sri-Lanka heißt es, dass man sein Kind nicht liebt, wenn man ihm nicht die Flasche gibt.
Was ich damit sagen will, ist nicht, dass jetzt alle stillen sollen. Sondern das Stillen und vor allem das Langzeitstillen endlich akzeptiert werden soll. Denn es gibt nichts Natürlicheres! Oder ist es wirklich natürlicher die Milch eines anderen Lebewesens (Ziege, Kuh) zu trinken?

 

Muttermilch ist nicht nur Ersatznahrung

Die WHO empfiehlt mit 7 Monaten nach Bedarf weiter zu stillen. Nach dem 1. Lebensjahr deckt die Muttermilch noch 31% des gesamten Energiebedarfs. Der Eiweißbedarf liegt bei 38%. Auch der Vitamin- A und C Bedarf werden mit 100% und 95% weiterhin gedeckt.
Außerdem schützt die Muttermilch auch im 2. Lebensjahr vor Krankheitserreger und stärkt das Immunsystem.Die Muttermilch enthält nämlich Leukozyten, weiße Blutkörperchen, die den Körper vor Krankheiten schützt.

Viele sehen im Stillen immer nur Ersatznahrung, doch das ist es nicht. Für das Kind ist es eine emotionale Bindung, das Nuckeln ist ein Urinstinkt. Die Brust wird wird als Schnuller benutzt. Bei Schmerzen, bei Müdigkeit, Hunger, Durst, Wachstumsschüben und Krankheit wird genuckelt. Das Vertraute, als Beruhigung, als Schutz, als Nähe, als Geborgenheit und Sicherheit.
Kinder dürfen bis 2-3 Jahren die Flasche nehmen, sie dürfen schnullern. Aber sie dürfen nicht mehr gestillt werden. Das muss mir mal jemand erklären. Warum ?
Vor allem wie erkläre ich meinem 15 Monate altem Kind, dass er ab jetzt keine Brust mehr bekommt, wenn er partout keine Flasche und keinen Schnuller nimmt?
Wer hat das Recht zu urteilen, wie lange ich meinem Kind die Brust geben soll bzw. darf? Urteile ich darüber, ob euer Kind mit 10 Monaten schon laufen muss? Ob es mit 2 schon windelfrei sein soll? Oder ob es mit 3 Jahren schon ohne Stützräder Fahrrad fahren kann? Nein.

Langzeitstillen 1 Bild

 

 

Ich versteh die Mütter, ganz ehrlich! Die Gesellschaft hat uns die letzten Jahrzehnte weiß gemacht, dass Stillen dem Kind schadet und Flaschenmilch das einzig Richtige sei. In der Zeit des 2. Weltkrieges wurde von Zärtlichkeiten und vor allem Nähe mit dem Baby sogar abgeraten. Kinder sollten von Anfang lernen mit ihren Gefühlen selbst zurecht zu kommen. Babys sollten schreien, auf Bedürfnisse sollte nicht eingegangen werden. Heute gilt es als „Verwöhnt“. Es ist noch in all den Köpfen der Großmütter und Mütter drin. Wo ist der Urinstinkt, den jedes Lebewesen bei seiner Geburt mitgegeben wird?

Es muss keiner über 6 Monate hinaus Stillen. Es muss auch niemand stillen.
Ich habe sowohl ein 100% Flaschenkind großgezogen, als auch ein 100%iges Stillkind. Ich kenne beide Seiten. Und ich heiße beide Seiten gut.
Doch was ich mir wünsche ist mehr Akzeptanz. Mehr Akzeptanz fürs Langzeitstillen.
Ich höre genauso auf den Instinkt meines Kindes, wie andere Mütter. Die statt der Brust, dem Kind eben einen Schnuller oder eine Flasche geben!

Wir sind doch alle Mütter und wir wollen alle das Beste für unser Kind, nicht wahr?

 

Habt ihr gestillt? Wie lange? Wie seht ihr das mit dem Langzeitstillen? Hattet ihr Mal Situationen, in denen ihr darauf angesprochen wurdet?

 

Rabaukenmami Bild

 

 

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  1. Nadine

    Meine Tochter und ich haben das Stillen geliebt und gelebt. Für mich war von Anfang an klar, dass ich gerne stillen möchte und dies auch solange mache, bis meine Tochter von selber aufhört, es zu verlangen. Ich habe nicht lange gestillt, insgesamt 10 Monate, aber es war am Ende einfach ein Happy End, meine Tochter lag morgens an meiner Brust und guckte mich freudestrahlend an. Sie ist von alleine runtergekrabbelt und in die Küche „marschiert“ und zeigte und mit voller Begeisterung ein Brot. Sie wollte nun ein Leberwurstbrot essen. Von da an wollte sie nicht mehr gestillt werden. Wir haben aber danach auch nicht mit der Flasche angefangen. Es passte einfach alles 🙂

    Ich respektiere immer jede Entscheidung, ob jemand stillt oder nicht und dann auch wie lange oder kurz. Es muss doch immer zu einem selber passen und nicht zu denen, die jemanden beurteilen.

    • Rabaukenmami

      Wow. Ging das Abstillen schnell bei euch. 😀
      Ich glaube bei uns wird das noch ewig dauern. ^^ Ohne seine Brust geht nichts.

      Ja genau. Und um diese Akzeptanz bitte ich auch.
      Demnächst würde ich gerne noch einen Artikel bezüglich „Flaschenkinder“ veröffentlichen. Schließlich habe ich beides hier 😀

      Liebe Grüße,
      Christina

  2. Sabrina

    Ich habe 28 Monate gestillt! Und bereue auch nichts. Die dummen Sprüche kamen schon mit 3 Monaten, weil der Zwerg eben kein wirklicher Zwerg ist, eher ein Riese, er wurde immer viel viel älter geschätzt als er ist.
    Aber es gab egal wo dumme sprüche: „Warum wird der noch gestillt, kann der nciht schon essen?“ „Warum liegt er den noch im wagen muss er nicht sitzen?“ warum sitzt er im wagen, kann er nicht laufen?“ „warum fährt er kein dreirad/laufrad/fahrrad? Stimmt etwas nicht mit ihm?“
    AAAHHHHH

    Warum muss man der Mutter IMMER reinreden?
    Ist es nicht egal, ob das Kind nun 3 Jahre stillt oder 3 Jahre die Pulle oder den Schnuller nimmt? NEIN die Brust ist hier ja ein verdammtes Sexobjekt und eine Mutter die das Kind zu lange stillt pervers. Man würde dem Kind ja schaden und entweder wäre es nachher auf Brüste fixiert oder hätte ein Phobie. Ja ne ist klar…

    Ich würde es immer wieder so machen, bzw würde ich mich nächstes Mal nicht verunsichern lassen und die Flasche zufüttern, die war völlig unnötig!

    • Rabaukenmami

      Ja genau das! Immer dieses reinreden und meinen alles besser zu wissen.
      Lasst die Mütter doch einfach Mal machen … die wissen schon was sie tun. 😉

      Beim 2. Kind ist man definitiv noch gelassener!
      Und das Alter spielt da glaube ich auch nochmal eine große Rolle.

      Liebe Grüße,
      Christina

  3. Verena

    Ich habe zwei Kinder, zwei Mädchen. Beides sind absolute Stillkinder, nehmen keine Flasche oder Schnuller, was vollkommen ok ist, es ist wie es ist, ich akzeptiere das 😉

    Die Große ist jetzt 4,5 Jahre alt und wurde 36 Monate und 2 Wochen gestillt, da war ich mit der Mini Maus schon schwanger in der 18 Woche und wir mussten leider unsere Stillbeziehung beenden (längere Geschichte)

    Nun stille ich meine zweite Tochter bald 14 Monate und wir genießen es sehr, ein Ende ist nicht in Sicht ?

    • Rabaukenmami

      Also ab und an vermisse ich schon den Schnuller. 😀
      Der Große war ja ein absolutes Schnullerkind.
      Aber es ist absolut in Ordnung so wie es ist.

      Und mit 14 Monaten hatten sie ja eh noch ewig Zeit. 🙂 Es ist halt toll bei Mama!
      Unsere Kinder werden ihre Kinder schon viel Bedürfnisorientierter erziehen, weil es dann einfach normal ist. 🙂

      Liebe Grüße,
      Christina

  4. Caroline

    Ich habe unsere jetzt 12 J. Tochter 3 Jahre gestillt nach
    Bedarf, dann habe ich mich damals „gezwungen“ gefühlt sie abzustillen…
    Heute stille ich unseren 4 J. Sohn noch nach Bedarf- eigentlich meißtens nur Nachts. Er kann aber zB. auch mal mit Papa ins Bett, ohne stillen. Er unterscheidet da schon mittlerweile.
    Mal schauen wie lange wir noch Lust haben weiter zu machen. 😉
    Ich fänd mehr Akzeptanz auch schön!!! Ja, wir sind alle Mütter- nicht mehr, und nicht weniger.
    LG Caroline

    • Rabaukenmami

      Das stimmt. Akzeptanz, mehr möchte ich gar nicht.
      Eben. Und jede Mama tut das was sie selbst für richtig hält.

      Find ich super das ihr nach 4 Jahren immer noch stillt. 😀 Ich wette meiner wird auch so sein. 😀

      Liebe Grüße,
      Christina

  5. Jessica

    Also mein Sohn ist jetzt 23Monate alt und wir stillen immernoch. Meistens genauso oft wie du, Christina. Wobei es auch Tage gab, wo er tagsüber nur 1-2x gestillt werden wollte. Ich hatte bisher Glück (oder bin einfach blind und taub;-), denn ich habe niemanden schlecht darüber reden hören.
    Je mehr Frauen es tun, desto mehr werden sich die anderen dran gewöhnen. Als ich noch kein Kind hatte, fand ich den Anblick eines stillenden Kleinkinds auch befremdlich. Also dran bleiben…

    • Rabaukenmami

      Das stimmt. Deshalb wollte ich das Thema auch noch einmal aufgreifen. Egal wie oft es schon thematisiert wurde. Denn je mehr darüber gesprochen wird desto normaler wird es irgendwann.
      Unsere Kinder werden mit Sicherheit schon ganz anders aufwachsen in Bezug aufs Langzeitstillen und Bedürfnisorientierte Erziehung.

      Find ich übrigens toll, dass du nach 23 Monaten immer noch stillst! Ich bin gespannt, wie lange mein Rabauke noch gestillt werden möchte.

      Liebe Grüße,
      Christina

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