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Mama sein

Ich bin keine perfekte Mutter

Keiner hat gesagt das es einfach wird.
Alle meinten „Da wirst du deinen Spaß haben.“ Und ja, genau das haben wir. Im Alltag mit zwei Kindern. 😀

Es ist verdammt anstrengend zwei Kinder Groß zu ziehen. Es ist verdammt anstrengend zwei Kindern Gerecht zu werden. Und es ist verdammt anstrengend, den Alltag weiterhin so gut zu meistern und alles perfekt meistern wie mit einem oder sogar keinem Kind. Vor allem wenn man perfekt sein möchte.
Perfekt. Was bedeutet dieses Wort Perfekt eigentlich? Googelt man das Wort kommen Wörter wie „vollkommen“ und „fehlerfrei“ raus.

Wenn ich die perfekten Bilder bei Instagram sehe, die ebenfalls zwei Kinder haben, fragte ich mich andauernd, wie die das machen? Wie bekommen die ihre Wohnung so ordentlich? Wie haben sie neben dem Aufräumen noch Zeit so tolle Sachen zu backen? Und so kreativ zu sein? Wie können viele Mamas so perfekt sein? – Ja in diesem Moment bin ich wahnsinnig neidisch.
Denn, wenn genau JETZT jemand in meine Wohnung kommen würde, sähe es hier nicht aus, wie in einem Ikea Katalog. Und das obwohl sie Gestern Abend, bevor ich ins Bett gegangen bin, nah dran war. 😉 Hier liegen Kleidungsstücke rum, weil der große Rabauke meint, sich lieber im Wohnzimmer umziehen zu müssen, statt in seinem Zimmer.
Hier liegen Schild, Schwert und Bogen, weil der große Rabauke meinte, im Wohnzimmer zu kämpfen macht mehr Spaß und hier stehen Buggy, Bobby Car und Lauflernwagen im Weg, weil der kleine Rabauke meint, einen Stau zu bilden wäre lustig.

Wir haben gerade Samstag Morgen 11:40 Uhr. Seit 8 Uhr sind wir auf den Beinen. Wir haben bereits gefrühstückt und Cake Pops gebacken. Eine Spülmaschine haben wir nicht. Könnt ihr euch in etwa vorstellen, wie es hier aussieht? 😀
Es fliegt immer etwas rum und wenn es dann mal unordentlich ist denke ich mir, verdammt ich habe seit einer Woche nicht mehr staubgewischt. Tja dann mache ich das und dann liegt schon wieder die Spielzeugkiste umgekippt im Wohnzimmer verteilt. Räume ich die Kiste wieder ein, weil mein 16 Monate altes Kind das noch nicht allein hinbekommt, klingelt der Timer vom Handy, dass die Wäsche fertig ist und aufgehängt werden kann. Es ist ein ewiger Kreislauf.
Nachmittags spielen wir alle gemeinsam, treffen uns mit Freunden, gehen raus oder die Jungs toben einfach, räumen all das aufgeräumte Zeug vom Vormittag wieder raus und spielen.
Warum sind meine Rabauken denn nicht so ordentlich und räumen ihr Zeug direkt weg, wenn sie fertig gespielt haben? Habe ich in der Erziehung irgendetwas falsch gemacht?

Ich habe tatsächlich das Gefühl, dass ich die Einzige bin, der es so geht. Aber das glaube ich nicht. Hier gibt es bestimmt noch mehr, die so denken? Oder?

Thema Kleidung. Genau das Gleiche. 😀 Ich habe nicht viel die Zeit mich ordentlich zu stylen und mich immer wieder am Tag nach zu schminken. Ich habe auch keine Lust mich mit Mode und Handtaschen zu beschäftigen und vor allem nicht die Zeit. Ich liebe den lässigen Look. Röhrenjeans, T-shirt und Cardigan. Ich trage auch öfters T-shirt mit Flecken, weil ich diese meist erst später bemerke. Jap, ich bin Mutter. Mutter zweier Rabauken, die es nicht so mit Ordnung und Schmutz nehmen. Denen es egal ist, wenn sie nach dem Essen dreckig auf meinen Arm oder mit kuscheln wollen.
Falls jemand auf meinen Fleck starrt, entschuldige ich mich direkt und sage „Kleinkind, dass kommt auch noch auf dich zu.“

Wie bekommen es so viele Mütter bitte hin, egal zu welcher Uhrzeit so perfekt auszusehen und dann auch noch so, als wären sie gerade aus der Glamour gesprungen?

Die Rabauken gehen vor 20 Uhr meist nicht schlafen, danach wartet noch der Haushalt und der Blog auf mich. Spülen, Wäsche zusammenlegen und Aufräumen. E-Mails beantworten, Blogposts schreiben und Kommentare lesen. Und das Zeug für die Uni nicht zu vergessen. Ich habe ständig etwas zu tun. Dann, wenn wir alle im Bett liegen, komme ich runter. Mit einem Buch oder dem Smartphone. Ich kann noch nicht direkt schlafen. Ich kann mich nicht direkt hinlegen und die Augen zu machen. In dieser Zeit genieße ich es. Diese Ruhe. Denn dann habe ich etwas Zeit und genieße die Stille. Bis gleich wieder der kleine Rabauke kommt. Denn der ist ein verdammt schlechter Schläfer. Nachts stillen wir noch etwas 4-5x. Am Tag braucht er auch nur 1 Stunde Mittagsschlaf. Viel Zeit für mich ist nicht.

Der Alltag mit zwei Kindern ist verdammt anstrengend. Mein Leben läuft nicht perfekt, meine Wohnung ist nicht immer aufgeräumt, mein Kleiderstil ist nicht perfekt. Ich bin nicht perfekt. Aber genau so bin ich einfach. Genau das macht mich aus.
Ich habe aufgehört alles 100% haben zu wollen. Dann bleibt halt mal etwas stehen. Dann gibt es halt mal „nur“ Nudeln mit Tomatensoße zum Mittagessen. Dann hängt die Wäsche halt einen Tag länger auf der Leine zum Trocknen.
Keiner hat gesagt das es einfach wird. Keiner hat gesagt, dass man als Mama sein Ding durchziehen kann. Man muss immer wieder Kompromisse finden und manchmal auch auf seine Bedürfnisse verzichten.

Ich habe aufgehört so sein zu wollen, wie all die Mamas mit den schönen Kinderzimmern und Wohnzimmern auf Instagram. Ich liebe unseren Alltag. Ich liebe das Mama sein. Ich genieße es mit meinen Jungs. Wenn sie mich brauchen bin ich da und zur Not bleibt die Wäsche halt mal einen Tag länger liegen.
Ich finde es super, dass ich fast 24 Stunden am Stück meinen Sohn an mir habe. Ich brauche keine super aufgeräumte Wohnung oder den neusten Modestil. Ich muss nicht perfekt sein, dafür möchte ich jede Sekunde die neuste Entwicklung meiner Kinder mitbekommen. Ich möchte am Liebsten keine Minute aus ihrem Leben verpassen. Denn die Zeit rennt. Viel zu schnell, leider. 🙁 Schwups kommen sie schon in die Schule oder in den Kindergarten. Auf einmal brauchen sie dich nicht mehr beim Schuhe binden oder beim Laufen.

Kinder zu haben ist verdammt anstrengend. Ich schaffe es nicht 24 Stunden am Tag perfekt zu sein. Aber ich schaffe es für meine Kinder da zu sein. Und die lieben mich auch mit Fleck am Tshirt oder mit ungespülten Gläsern in der Spüle.

Hört auf Perfekt sein zu wollen und neidisch auf andere zu gucken. Jeder hat seine Schwächen, nur eben wo anders. 🙂 Das Wichtigste ist doch, dass wir glücklich sind.

perfekte mutter Bild

lue mai Bild

klettern mit kind Bild

perfekt Bild

alltag mit kindern Bild

 

Einen ähnlichen Artikel übers perfekte Essen habe ich hier schonmal geschrieben.

 

Eure Christina Bild

 

 

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  1. Sabrina

    Die Fotos sind doch alle Inszeniert.
    Ich glaube kaum, das jemals ne Wohnung mit Kleinkindern so perfekt ist. Naja ok, außer das Kind ist in ner Krippe oder den ganzen Tag in nen laufgitter wo man nix dreckig machen kann xD

    Hab schon so Behinde the scen-bilder gesehen. Sehr lustig. Der Ausschnitt schaut Perfekt aus, aber würde man nciht durch die Kamera schauen, sieht man Wäscheberge spielzeug und Co 😀

    Für Fotos schminke ich mich auch manchmal Extra 😛 wenn ich zeit habe *wenn* Sonst immer ungeschminkt.

    Wir sind Perfekt! Perfekt so wie wir sind und nicht anders. Wir sind perfekt für unsere Kinder und DASS ist das wichtigste

  2. Elly

    Ich schicke dir auch mal unperfekte Grüße ?
    Ich habe mich längst damit abgefunden perfekt sein zu müssen.
    Ja, der Alltag mit Kindern ist verdammt hart. Aber sie werden sooo schnell Gros.
    Liebe Grüße
    Elly

  3. Schreili

    Wir finden es echt doof das die Kids immer verpixxelt sind

  4. Sophie und Sebastian

    Hallo!

    Woran glaubst Du, werden unsere Kinder später gern zurückdenken? An „Bei Mama war es immer so schön aufgeräumt“ und „Mama hat immer so hübsch geschminkt“ oder „Mit Mama konnten wir immer reden, wenn es Probleme gab.“, „Mama war immer für uns da“ (und hat dafür auch mal die Wäsche liegengelassen) und „Mama hat immer coole Dinge mit uns unternommen und war auch nicht böse, wenn wir dabei unsere Kleidung versaut haben“.

    Also!!

    Klar hätte ich auch gern so ein Instagram-Zimmer, aber wofür eigentlich? Nur, um es anderen zu zeigen? Damit die genau so reagieren „Wow! Die ist aber toll.“? Dieses ganze Hochglanz-Mama-Getue muss doch nicht sein – ja, es ist schön und gelegentlich sieht es bei uns auch so aus. Und ja, auch ich schminke mich und und und. Aber das ist doch nicht mein Hauptlebensinhalt!

    Somit: Wie Du sagst – perfekt sind ist nicht notwendig. Und ich sehe das nicht als Schwäche, sondern als „Prioritäten setzen“. Und da hat sicher jeder andere.

    Alles Liebe,

    Stefanie (Mama von Sophie und Sebastian)

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