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Erziehung & Erfahrung

Vegetarier. Muss das sein?

Endlich schreibe ich über dieses Thema.
Ein Thema über das ich nicht gerne spreche, aber das dennoch zu mir gehört, weil es ein Teil von mir ist. Meine vegetarische Lebensweise. Ja ich bin Vegetarier.

Der Beginn
Damals. Genauer gesagt 2004, als ich aufgrund einer Serie beschloss Vegetarier zu werden. Die Sendung Lizzie McGuire. Der Vorreiter von Hannah Montana. Lizzie McGuire war meine Jugend. Alles was Lizzie tat, wollte ich auch. Und in der einen Folge, als Lizzie die Welt retten wollte, wurde sie Vegetarierin. Ich also auch.
Keiner in meiner Familie verstand es. Aber sie akzeptierten es, irgendwann und irgendwie. Bis heute.
Nur mit meinen Freunden und allen anderen Bekannten musste ich über meine vegetarische Lebensweise diskutieren. Es ist nicht einfach, sich in der Pubertät für den Vegetarismus zu entscheiden. Wirklich, ständig musste ich diskutieren, warum ich Fleisch meiden, Eier und Milch aber essen würde. Ich musste mich für alles rechtfertigen und mir jeden dummen Spruch anhören. „Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg“, „Aber Pflanzen sind ja auch Lebewesen. Wie kannst du die denn dann essen?“, „Aber Menschen haben doch schon immer Fleisch gegessen“, „Fleisch schmeckt aber lecker“ oder „Ich könnte das nicht“. Und soll ich euch was sagen? Es nervte. Es nervte unheimlich. Und irgendwann war ich es satt. Ich glaube das war zu der Zeit als ich auf die Oberstufe wechselt. Ab diesem Zeitpunkt diskutierte ich nach dem Prinzip „Leben und leben lassen“. Und seitdem thematisiere ich das Thema überhaupt nicht mehr.
Sogar der große Rabauke war zwischenzeitlich Vegetarier. Fand ich klasse. Leider hat ihn sonst niemand außer meinem Freund und mir in seiner Entscheidung unterstützt. 🙁
Weshalb er sich nach 6 Monaten entschied wieder Fleisch zu essen.
Auf Blogger Events fällt mir auf, dass es einige Veganer und Vegetarier gibt. Finde ich total klasse. So fühlt man sich nicht ganz so alleine. 😀

Vegetarier Bild

Q&A
Ich habe mir gedacht ich kopiere mir die Fragen von Jules Vogel zum Thema Vegetarismus und beantworte sie hier in Form eines Q&A’s, vielleicht interessiert es euch ja.

Wie lange bist du Vegetarier?
Wie oben bereits geschrieben seit April 2004. Ich glaube es war Ende April, der 27.04. oder so.

Warum bist du Vegetarier?
Wie auch schon oben erwähnt, bin ich durch meine Lieblingsserie „Lizzie McGuire“ zum Vegetarier mutiert. Wobei das nicht der einzige Grund ist. Mir tun die Tiere schon Leid, wenn sie geschlachtet werden um gegessen zu werden. Außerdem habe ich in den 12 Jahren eine Abneigung gegenüber Fleisch entwickelt, mich widert es mittlerweile einfach an.

Wirst du jemals komplett vegan essen?
Ich habe es bereits 2x für eine Woche versucht, aber es klappt nicht. Ich brauche die Milch in meinem Kaffee. Aber ich esse gerne vegan. Nur ist mir das auf Dauer wirklich zu kompliziert. Aber ich finde es bewundernswert wenn andere das schaffen und die vegane Lebensweise leben.

Isst du Fisch?
Nein ich esse keinen Fisch. Ich kann Fisch nicht essen. Denn auch Fische haben Augen die einen Ausdruck haben. Für mich gibt es keinen Unterschied ob Tiere auf dem Land leben oder im Wasser.

Ist es kompliziert, sich vegetarisch zu ernähren?
Nein eigentlich nicht. Ich kenne es aber auch nicht mehr anders. Ich habe gelernt mich mit dem Zufrieden zu geben, was es gibt. Ich bin ein leidenschaftlicher Salatesser. Salat gibt es eigentlich über all. Sogar in Amerika. :O
Ansonsten kann ich auch mal nur Nudeln mit Butter essen.

Gab es jemals einen Zeitpunkt, wo es gar nichts vegetarisches zur Auswahl gab?
Nein an so eine Situation erinnere ich mich nicht. Oft gibt es zumindest ein Brötchen, das ich essen kann. Aber in einen Lokalen gibt es nicht viel zur Auswahl. Meist muss ich einen Salat ohne Fleisch bestellen, weil es sonst nichts ohne Fleisch gibt.

Hast du nie Lust auf Fleisch?
Ganz ehrlich? Nie. Außer in der Schwangerschaft mit dem großen Rabauken, denn in der hatte ich so einen Heißhunger auf Fleisch, dass all meine Freundinnen sich sicher waren, das ich einen Jungen bekommen würde. So nämlich der Mythos. 😉
Ich, die Vegetarierin, hätte Fleisch wirklich gerne gegessen. Aber ich bin standhaft geblieben. Und nach der Schwangerschaft hatte ich die Gelüste nicht mehr. Auch nicht in der Schwangerschaft des kleinen Rabauken.

Benutzt du Ersatzprodukte?
Ja. Aus einem einfachen Grund. Damals. 2004. War ich noch ziemlich abhängig von meinen Eltern. Wenn meine Mutter kochte, dann gab es kein Gemüse dazu, ich konnte immer nur die Beilagen essen. Dadurch nahm ich etwa 10 Kilo zu. Verständlich. Denn nur Kartoffeln, nur Reis, nur Nudeln sind lauter Kohlenhydrate die für den Körper nicht das Beste sind. Wir mussten für Ersatzprodukte in 20km entfernte Frankfurt fahren um dort in einem Reformhaus Veggie Würstchen, Veggie Schnitzel und Veggie Hackfleisch zu bekommen. Für mich war es eine super Alternative und vor allem mal ein anderer Geschmack. Ich esse sie nicht oft, weil wir tatsächlich viel mit Gemüse kochen. Aber zwischen durch bekommt mich der Hunger nach einem anderen Geschmack. 🙂

Was sagt deine Familie zu deiner Ernährung?
Sie akzeptiert es. Sie hat es zu akzeptieren. Obwohl es, trotz der Akzeptanz, dennoch viel Streit gab. Ich habe lange und oft kämpfen müssen. Meine Schwester wollte lieber Hackfleischsoße zu den Nudeln statt Tomatensoße, sie wollte lieber Fleisch statt Gemüse. Ja, meine Mama hatte es nicht einfach mit uns. Oft ist eine Träne geflossen. Mittlerweile denken sie aber alle brav an mich mit. Selbst mein Großer. Ach der Süße. <3

 
Ich habe es satt mich für meine Lebensweise zu rechtfertig. Mich nervt es, dass andere mir erklären, wieso ich auch kein Leder tragen darf und wieso ich keine Milch zu mir nehmen darf. Ich habe mich für genau DIESE Lebensweise entschieden. Für mich ist das die beste Entscheidung. Ich lebe mein Leben wie ICH es möchte und nicht wie andere meinen es sei richtig.
Klar widerspricht es sich auf der einen Seite, aber zeigt mir einen Menschen der in jedem Schritt zu 100% richtig handelt. Und irgendwo muss jeder Grenzen setzen. Und meine hören bei dem Verzehr von Fleisch eben auf. Ich denke ich habe auf ein Haufen Fleisch die letzten 12 Jahre verzichtet und dadurch schon ein paar Tieren das Leben gerettet. Und wenn es eben nur kleine Schritte sind, es sind Schritte in die richtige Richtung.
Für mich ist der Vegetarismus ein ganz besonders sensibles Thema. Gerade weil es viele Tränen, Diskussionen und Streits gegeben hat. Aber ich bin Vegetarier, es gehört zu mir, es macht mich aus. 🙂

 

Seid ihr auch Vegetarier? Oder sogar Vegan? Was hält euer Umfeld davon?

 

Eure Christina Bild

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  1. Sabrina

    Ich esse gerne Vegan, ich esse gerne Vegetarisch, aber genauso gerne esse ich auch Fleisch. Ich genieße das Essen egal wie es zubereitet wurde.
    In der Fachschaft waren damals viele Veganer, wodurch ich in der Uni und auf Geburtstagen viel Vegan aß, es ist lecker, zwischendurch 😉
    Daheim gab es immer Fleisch-Freie Tage. Jeden Tag gutes Fleisch auf dem Tisch ist auch auf Dauer viel zu teuer und meine Mama hat lange nur gutes Fleisch gekauft, bis irgendwann alles noch teurer wurde und sie dann doch das Abgepackte gekauft hat.

    Ich kauf zwar auch abgepackt, aber nicht jedes. Es schmeckt nicht immer. Man merkt einfach was billig produziert ist und was gutes Fleisch ist. Da geb ich dann lieber mehr aus statt jeden Tag Fleisch auf den Tisch zu haben.
    Das gleiche gilt für Fisch. Frisch gerne, aber nix abgepacktes. So gerne ich Suhsi esse und so sehr mein verlangen danach ist, ich geh trotzdem am SupermarktSushi vorbei… ne. dann lieber mehr zahlen in einen guten Restaurant und das vielleicht alle 3 Jahre mal XD

    Ich finds immer schlimm, wenn man hingeht und seine Ernährung als das NonPlus hinstellt und andere deswegen verurteilt. So wie du es erlebt hast, ist es aber auch andersrum sehr gerne. Veganer die einen richtig runter machen… Ich finde, jeder soll sich so ernähren wie er es für richtig hält und ende. Es ist keine Religion wo man hin konvertieren muss oder wo man jemanden missionieren muss.

    Ich brauch keine Videos in denen Tiere geschlachtet werden um zu wissen was da passiert (den ich bin mit der Schule so gesehen auf nen Bauernhof aufgewachsen…) .

    Ich geb zu, die Sprüche oben hab ich auch schon gegenüber Veganern/Vegetariern benutzt, aber nur gegen die, die auch mich als Mörder bezeichnet haben.

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