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Mama sein

Mama sein: Wenn einem alles zu viel wird

 

Unser Alltag
Nein bei mir läuft nicht alles perfekt. Manchmal gibt es sie. Die Phase in denen einem einfach alles zu viel wird. So ist das gerade bei mir. Ich weiß absolut nicht wie und wohin mit mir und meiner Zeit. Es scheint mir momentan alles aus dem Ruder zu Laufen. Ich komme ziemlich stark an meine Grenzen.
Ich lebe nur noch für meine Kinder und den Haushalt. Für alles andere habe ich keine Zeit mehr. 4 Stunden habe ich am Tag mit nur einem Kind, die restlichen Tage verbringe ich mit beiden gemeinsam.
In diesen 4 Stunden versuche ich die wichtigsten Dinge zu erledigen: Haushalt, Wäsche, Spülen. Oft klappt das auch, denn die Arbeiten kann ich alle gemeinsam mit meinem Sohn erledigen. Mittags holen wir den großen Bruder von der Schule ab, es wird wieder lauter und vor allem wild im Wohnzimmer. In der Zeit koche ich und versuche die Rasselbande in den Griff zu bekommen, denn meine Jungs sind zwei wirkliche Rabauken. Kämpfen, Toben, Wrestling all das steht bei ihnen an der Tagesordnung. Das Wohnzimmer sieht aus wie ein Schlachtfeld, die Kissen auf dem Boden, die Decken im Wohnzimmer verteilt, Bücher und Bausteine aus den Regalen gezogen. Sobald das Essen fertig ist, sitzen wir zu dritt am Tisch und essen, jeder erzählt wie sein Tag war, was er erlebt hat und ob es Hausaufgaben aufgibt.
Nach dem Essen fängt der kleine Rabauke bereits an zu jammern. Die Müdigkeit holt ihn ein. Ich räume schnell den Tisch auf, stell alles in die Küche und bringe den Kleinen im Schlafzimmer zum Schlafen. In dieser Zeit muss ich nebenbei versuchen den Großen leise zu halten, oft ist er noch so agil, dass er sich einfach auspowern muss.
Nachdem der Kleine dann schläft und ich ihn ablegen konnte, was auch nicht immer sofort passiert, kümmere ich mich um den Großen: Hausaufgaben, Zimmer aufräumen, Schulsachen packen etc. Eine Stunde später ist der Kleine wieder wach. Nicht viel Zeit um Dinge zu erledigen.
Mittlerweile ist es etwa halb 3. Wir haben noch den gesamten Nachmittag vor uns: Wir basteln, wir malen, wir puzzeln, wir spielen, der Große verabredet sich, wir gehen raus oder oder oder. Die Kinder müssen beschäftigt werden, ansonsten drehen sie noch mehr durch. Gegen halb 7 Essen wir zu Abend, meist gibt es Salat oder Brot oft auch nur Rohkost, das worauf die Kinder Lust haben. Um 19 Uhr fange ich an die Rabauken Bettfertig zu machen. Erst der eine, dann der andere. Es gibt selten eine Reihenfolge. Je nachdem wann der kleine Rabauke seinen Mittagsschlaf gemacht hat. Wir putzen Zähne und Zahnspange und setzten uns dann gemütlich ins Bett und lesen noch ein Buch. Derzeit leiht sich der Rabauke jede Woche neue Bücher in der Bibliothek seiner Schule aus, die wir reihenweise verschlingen. Das Zu Bett gehen dauert oft eine Stunde bei uns. Gegen 20 Uhr schließe ich die Tür des Großen, danach ist der Kleine dran. Ab an die Brust und 20-30 Minuten später ist er eingeschlafen, sodass ich ihn ins Bett ablegen kann. Und dann heißt es zack – zack aufräumen und mich dann an den Laptop setzten um zu Bloggen oder Aufgaben für die Uni zu erledigen.

Jetzt ist es aber derzeit so, dass mein Sohn, der Kleine, furchtbar schläft. Ich habe das Gefühl, dass er mich abends derzeit alle 20 Minuten braucht und an die Brust will. Mir zerrt das so sehr an den Nerven, versteht es nicht falsch. Ich liebe das Stillen, aber es ist im Moment so anstrengend. Ich weiß es ist nur eine Phase, aber diese Phase zieht sich schon so verdammt lange. Jeden Abend bin ich ich mindestens 2x am Bett um zu Stillen, weil ihm die Brust fehlt.
In dieser Zeit versuche ich das Stillen, die Uni Aufgaben und das Bloggen zu kompensieren. Und da fängt es an, ich bin überfordert mit der Situation, nicht alles auf einmal erledigen zu können. Meistens ist es dann auch garnicht mehr möglich irgendetwas zu erledigen, da der Rabauke sofort wach wird und anfängt zu schreien sobald ich ihn auch nur ansatzweise versuche abzulegen. Oft bin ich durch das ständige Stillen und da sein für meinen Sohn schon so fertig, dass ich keine Lust mehr habe die Sachen zu erledigen. Sobald ich dann im Bett bin, geht der Spaß erst richtig los. 😀  Nachts (von 22-6 Uhr) stille ich noch etwa 5-6x. Und es ist wirklich anstrengend.

Wenn mir einfach alles zu viel wird
Oft stößt man als Mutter an seine Grenzen. Oft ist man erledigt und mag am liebsten alles abbrechen. So lebe ich momentan nur noch von Tag zu Tag. Von Stunde zu Stunde. An meine Aufgaben ist nicht mehr zu denken, weil ich einfach keine Zeit mehr für mich habe. Wie gerne würde ich auch gerne mal nur eine Stunde ohne meine Kinder und nur mit dem Laptop sein, um Dinge nachzuholen, die längst aufgearbeitet sein müssten. Die einzige freie Zeit die ich derzeit habe ist der Weg zur Uni, die Seminare in der Uni und der Weg zurück. In der Zeit bin ich komplett kinderlos.

Mama sein zu viel wird Bild

Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Kinder und ich liebe es mit ihnen so viel Zeit wie möglich zu verbringen, aber ab und an wünsche ich mir auch mal Zeit für mich.
Ich habe noch so viel vor mit dem Blog, ich würde gerne viele Texte vor bloggen, Strukturen verändern etc. aber dazu fehlt mir momentan einfach die Zeit. Ich würde gerne meine Aufgaben für die Uni pünktlich abgeben und nicht immer um eine Aufschiebung bitten, weil mal wieder ein ungeplanter Zwischenfall dazwischen gekommen ist, zum Lesen der Literatur komme ich auch nicht. 🙁
Ich habe einfach das Gefühl, das ich mit allem hinterher hinke und nichts mehr auf die Reihe bekomme. Mein Tag ist viel zu kurz um alles erledigen zu können.
Ich weiß, in ein paar Wochen sieht es mit Sicherheit wieder anders aus, aber auch diese Posts möchte ich auf meinem Blog haben, es ist eben nicht alles nur wunderschön und perfekt bei uns. Auch hier geht es oft drunter und drüber. Auch hier stoße ich sehr sehr oft an meine Grenzen und würde am Liebsten alles hinschmeißen.

Und dann sehe ich in diese zwei wunderschönen, lächelnden Gesichter und weiß, dass es sich lohnt zu kämpfen. Ich weiß, dass es sich bald bessern wird. Und egal was bei mir los ist, ich würde alles tun, dass es diesen Jungs an nichts fehlt. Sie sollen ihre Gute-Nacht-Geschichten bekommen, sie sollen mit mir basteln, puzzeln, spielen und lachen können, denn ich bestimme ihre Kindheit. <3

Wird euch manchmal auch alles zu viel? Und wollt alles hinschmeißen? Wie rafft ihr euch wieder auf?

Eure Christina Bild

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  1. Verena

    Ein wirklich toller Artikel!!! Ich finde mich darin wieder. Ich habe 3 Jungs. Einer in der 2. Klasse und die beiden kleinen 19 und 6 Monate! Immer Aktion, ständig fehlt die zeit für alles und jeden Tag aufs Neue habe ich das Gefühl es ist nicht genug was ich tue!!!Der Tag könnte 48 Stunden haben und es bleibt immer etwas liegen!!! Doch du hast recht, das Funkeln in den Augen wenn sie Mama rufen und das Lachen der Jungs macht alles vergessen, zumindest für eine Augenblick!!!! ?

  2. Martina M

    Christina….. Danke. Nun weiß ich, dass ich nicht alleine bin. Ich habe zwei Kinder (3,5 Jahre und 8 Monate). Die große ist sehr süß und ich liebe sie über alles, aber sie kann so eine Zicke sein…. puh. Der kleine ist ein Sonnenschein aber das mit dem Stillen und Schlafen kenne ich leider zu gut.
    Ich bin dauermüde und manchmal bin ich so k.o., dass ich am liebsten im Bett liegen bleiben würde. Meine große ist Frühaufsteherin: zwischen 5-6h.
    Ich würde so gerne mehr nähen, abends wenn die Kinder schlafen. Aber dann ist da der Haushalt. Und… der Mann! Der Mann ist nicht immer ‚hilfreich‘: sei es mit Late-Night-Jause wo nichts weggeräumt wird, oder mit den schmutzigen Schuhen durch die Wohnung zu laufen oder auch mal das eine oder andere Kommentar wie zB vl ist es besser, wenn du abstillst? Grrrrrr….
    Ich wünsche euch Mitstreiterinnen viel Kraft und schönen Advent! Lg Martina M.

    • Martina M

      Ah ja…. Neben dem Nähen würde ich natürlich auch gerne mehr Zeit mit meinem Mann verbringen.

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